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Schnell und bequem zum DEXA-Befund

23. November um 10:24 · · Dr. med. Thomas Vogt, Leitender Arzt Rheumatologie; Dr. med. Andreas Fischer, Oberarzt akute Altersmedizin, NutriCare Clinic

Osteoporose betrifft viele ältere Menschen. Frühzeitig erkannt und rechtzeitig behandelt kann einer Osteoporose gut entgegengewirkt werden. Mit der Knochendichte-Messung DEXA (Dual Energy X-Ray Absorptiometry) lässt sich feststellen, ob eine Patientin oder ein Patient ein Osteoporose-Risiko aufweist und ob eine Therapie entsprechend sinnvoll ist. In der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER werden DEXA-Messungen für ambulante und stationäre Patientinnen und Patienten angeboten. Auch Externe können für eine Messung zugewiesen werden.

 

Bei einer DEXA-Messung wird der Mineralstoffgehalt der Knochen mit einer speziellen Röntgenmethode untersucht. Je nach Dichte des Knochens dringen mehr oder weniger Stahlen durch den Knochen auf die Messplatte und erlauben so die Messung der Knochendichte. Die Strahlenbelastung ist bei dieser Methode für den Körper sehr gering. Mit den Messergebnissen können frühzeitig Hinweise für eine Osteoporose entdeckt werden, noch bevor tatsächlich Symptome (Knochenbrüche) auftreten.

 

Bei Fragen zur DEXA-Messung steht Ihnen unsere DEXA-Fachverantwortliche Nadine Kraus gerne zur Verfügung.

Delirbetreuung im Spannungsfeld von Schutz der Privatsphäre und Sicherheit

23. November um 10:24 · · Dr. med. Isabella Glaser, Leitende Ärztin, DelirUnit, Dr. phil. Wolfgang Hasemann, Leiter Basler Demenz-Delir-Programm

Als die «DelirUnit», die auf Delirbetreuung spezialisierte Abteilung in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP), entworfen wurde, war klar, dass die Sicherheit der hier betreuten höchst vulnerablen, aber zugleich kognitiv eingeschränkten Personen von höchster Bedeutung ist. Sicherheit heisst oft auch Überwachung, doch hier stellen sich gleich drei Probleme: Zum ersten muss auch bei kognitiv eingeschränkten Personen der Schutz der Privatsphäre gewährleistet bleiben. Zum zweiten ist eine eins-zu-eins-Überwachung, beispielsweise durch Sitzwachen, sehr kostenintensiv. Und zum dritten kann die ständige Anwesenheit einer fremden Person in einer Ausnahmesituation wie einem Delirerlebnis zusätzlichen Stress bedeuten, der gerade in dieser Situation vermieden werden sollte.

Die UAFP hat sich deshalb frühzeitig für eine Zusammenarbeit mit QUMEA entschieden. QUMEA ist ein Radar, das menschliche Bewegung analysiert und in einer App die zuständige Pflegeperson informiert, wenn sich ungewöhnliche Bewegungsmuster zeigen. QUMEA verschafft der Pflegeperson einen Zeitvorteil, mit dem sie rechtzeitig auf Aktivitäten reagieren kann, die ein normalerweise unbeobachtetes Verlassen des Bettes beinhalten würden.  Da es sich bei der Anwendung des Radarsystems um eine völlig neuartige Technologie im Spitalumfeld handelt, wurde frühzeitig auch der kantonale Datenschützer beigezogen, um alle datenschutzbezogenen Aspekte zu prüfen. Im Pilotbetrieb jedenfalls hat sich QUMEA so gut bewährt, dass niemand aus dem DelirUnit-Team zu alten Lösungen wie Sitzwachen, Klingelmatten oder ähnlichem zurück möchte. 

Delir als Komplikation bei älteren Erwachsenen mit einer Krebserkrankung

23. November um 10:24 · · Franziska Schmidt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Berner Fachhochschule Gesundheit Bachelorstudiengang Pflege, Wolfgang Hasemann, PhD, Leiter Basler Demenz-Delir-Programm, Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER

Ältere Erwachsene bilden die grösste Gruppe unter den Patientinnen und Patienten mit einer Krebserkrankung. Sie sind zum Zeitpunkt der Diagnosestellung meist von Multimorbidität betroffen. Physiologische Alterungsprozesse können zusätzlich das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen erhöhen und mit einer generellen funktionellen Beeinträchtigung einhergehen. Hinzu kommen geriatrische Symptome wie Malnutrition, Sarkopenie, Gebrechlichkeit (Frailty), neurokognitive Störungen (Demenz, Delir) und Stürze. Die daraus resultierenden Verschlechterungen in der Funktionalität bedeuten für ältere onkologische Patientinnen und Patienten eine verschlechterte Lebensqualität, was sich negativ auf die Prognose und das Überleben auswirken kann. Daher verfolgt die onkologische Rehabilitation das übergeordnete Ziel, die Funktionalität in Bezug auf die onkologische Diagnose und/oder Therapie zu erhalten und/oder zu verbessern, Komplikationen zu reduzieren, die die Lebenserwartung und -qualität beeinträchtigen können, unabhängig vom Krankheitsstadium.

 

Erleiden Betroffene während einer onkologischen Rehabilitation ein Delir, kann dies den Rekonvaleszenzprozess gefährden. Die Praxis zeigt jedoch, dass eine spezialisierte Delir-Behandlung entscheidend dazu beitragen kann, die Folgen eines Delirs zu mildern. Gerade bei älteren Menschen mit einer Krebserkrankung ist der Verlust der Unabhängigkeit die grösste Bedrohung, die sich im Falle eines Delirs sogar akzentuieren kann. Um diese und ähnliche Komplikationen möglichst zu vermeiden, wird bei dieser vulnerablen Patientengruppe empfohlen, (onkologische) Therapieentscheide idealerweise aufgrund eines multidisziplinären geriatrischen Assessments zu treffen.

 

Bestandteile dieses Assessments, die auch in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER standardisiert eingesetzt werden, sind unter anderem die Erfassung der Funktionalität, Komorbiditäten, Polypharmazie, Kognition (Demenz, Delir), die emotionale Verfassung, Fatigue, Malnutrition und die soziale Unterstützung. Damit Beeinträchtigungen und Bedürfnisse bei Patientinnen und Patienten rasch erkannt werden können, werden für Pflegende sowohl aktuelles onkologisches wie auch geriatrisches Fachwissen empfohlen, um entsprechende Interventionen initiieren zu können.

Holmusk und FELIX PLATTER verbinden Alzheimer-Forschung mit Real-World-Evidence

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. phil. Andreas U. Monsch, Abteilungsleiter Memory Clinic

Holmusk, ein führendes globales Unternehmen im Bereich Data Science und mentale Gesundheit, und die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) werden in einem gemeinsamen Forschungsprojekt die Alzheimer-Forschung voranbringen. Beide Institutionen haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um vertieft umfangreiche Datensätze aus fehlgeschlagenen Alzheimer-Studien zu analysieren. Ziel des gemeinsamen Forschungsprojekts ist es, mit modernsten Datenmodellen bislang unentdeckte Erkenntnisse dieser Medikamentenstudien zu finden. Diese könnten helfen, zukünftige klinische Studien effektiver zu gestalten.

 

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird Holmusk seinen eigenentwickelten Ansatz des maschinellen Lernens nutzen, um den Krankheitsverlauf vorherzusagen und die Wirkung verschiedener Medikamente differenziert darzustellen. Die Memory Clinic an der UAFP wird als führende klinische Studieneinheit für klinische Studien zu Alzheimer für das Forschungsprojekt wesentliche klinische Expertise zur Verfügung stellen. Die innovativen Modellierungsfähigkeiten der künstlichen Intelligenz von Holmusk bieten eine noch nie dagewesene Möglichkeit, den Krankheitsverlauf und das Ansprechen auf die Behandlung auf Patientenebene besser zu verstehen.

 

Alzheimer ist die häufigste Ursache für Demenz, von der weltweit über 50 Millionen Menschen betroffen sind. Obwohl in den letzten zwei Jahrzehnten über 250 Milliarden US-Dollar in klinische Studien zu Alzheimer investiert wurden, waren nur vier von 156 klinischen Studien erfolgreich. Als erstes Medikament hat nun Aducanumab von der FDA eine Zulassung mit Auflagen erhalten. Auch fehlgeschlagene Studien liefern riesige Datensätze von bildgebenden Verfahren des Gehirns, biochemischen Messungen und neurokognitiven Testresultaten, und diese Zusammenarbeit ebnet den Weg, diese sinnvoll zu nutzen.

Kognitive Störung im Alter: Was ist «normal», was ist abklärungsbedürftig?

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. med. Reto W. Kressig, Ärztlicher Direktor

Ältere Patienten haben die Tendenz, bei vermehrter Vergesslichkeit und anderen «kleinen» Hirnfehlleistungen das Älterwerden oder das Alter im Allgemeinen dafür verantwortlich zu machen. Die Tatsache ist eine andere. Die normale Hirnalterung ist wissenschaftlich sehr gut untersucht und lediglich mit einer diskreten Verlangsamung von Denk- und Reaktionsprozessen verbunden. Kann also ein Name nicht sofort, aber nach einer gewissen Zeit erinnert werden, ist dies noch «normal». Wenn man immer schon ein schlechtes Namensgedächtnis hatte, darf man im Alter keine diesbezügliche Verbesserung erwarten. Ist die Vergesslichkeit aber neu und entsteht dadurch ein subjektiver Leidensdruck, so sollte dies ernst genommen werden, denn aktuelle Forschungen zeigen,  dass in 25 Prozent der Fälle innerhalb von sechs Jahren eine Demenz zu befürchten ist.[1] Leider werden Hirnleistungsstörungen oft primär auf Gedächtnis und Vergesslichkeit reduziert. Unser Hirn leistet jedoch viel mehr, denn viele dementielle Prozesse beginnen in anderen Hirnleistungsbereichen, wo Verschlechterungen bei erhaltener Gedächtnisleistung primär über ein anderes Verhalten sichtbar werden, zum Beispiel bei Problemen mit komplexen Aufgaben wie Management von finanziellen Angelegenheiten oder auch beim Kochen von komplizierteren Menus. Solche Veränderungen sind nicht normal und sollten abgeklärt werden.

 

Abgrenzung von «normal» versus «pathologisch»

Beim Hausarzt muss mit wenig Zeitaufwand entschieden werden können, ob kognitive Störungen schnell weiter abgeklärt werden müssen, ob weiter beobachtet werden sollte oder kein weiterer Handlungsbedarf besteht. Das frühere zeitaufwändige Screening von kognitiven Störungen wurde in den letzten Jahren signifikant weiterentwickelt: Die von den «Swiss Memory Clinics» und Schweizer Hausärzten entwickelte Testung «BrainCheck» (http://www.braincheck.ch/de) trennt in wenigen Minuten «normal» von «pathologisch» mit einer Trennschärfe von 90 Prozent.[2] Beim Test müssen drei einfache Fragen beantworten und ein Uhrentest absolviert werden. Gleichzeitig werden den engsten Angehörigen sieben kurze Fragen gestellt. Alle Resultate können sofort elektronisch erfasst und beurteilt werden. Bei bestehender weiterer Abklärungsbedürftigkeit muss zusammen mit der betroffenen Person und den Angehörigen entschieden werden, wie die Diagnostik weiter vorangetrieben werden soll.

 

Abklärungsbedürftige kognitive Störungen

Die Art der weiteren Abklärung von kognitiven Störungen ist sehr individuell und hängt vom Einverständnis, dem Gesundheitszustand, der Lebenserwartung und den sozialen Lebensumständen jedes einzelnen ab. Bei fitten Senioren sollte immer eine spezialisierte Abklärung bei einem Demenzspezialisten oder einer Memory Clinic erfolgen. Diese umfasst neben einer medizinischen Untersuchung mit Labor und Biomarkern eine neuropsychologische Abklärung mit Hirnbildgebung. Bei sehr hochaltrigen und fragilen Patienten kann auch eine verkürzte kognitive Abklärung (z.B. mittels sogenanntem MoCa-Assessment[3] erfolgen. Diese kann oft sogar beim Hausarzt durchgeführt und diagnostisch ausgewertet werden. Zusätzlich sollte ebenfalls eine Hirnbildgebung durchgeführt werden, um den wahrscheinlichsten neuropathologischen Grund einer dementiellen Entwicklung festzulegen. Dies ist entscheidend für die Art der einzuleitenden Therapie.

 

Wichtigste Erkenntnis ist also: Es gibt einfache Verfahren, die beim Hausarzt absolviert werden können. Mit diesen kann sicher beurteilt werden, ob kognitive Veränderungen «normal» oder behandlungsbedürftig sind. 

 

[1] Wolfsgruber S et al. Differential risk of incident Alzheimers Disease Dementia in stable versus unstable patients of subjective cognitive decline. J Alzheimers Dis 2016 ; 54 : 1135-1146.

[2] Ehrensperger MM et al BrainCheck – a very brief tool to detetc incipeint cognitive decline : optimized case-finding combining patient- and informant-based data-Alz. Res Ther 2014 ; 6 : 69

[3] Nasreddine ZS et al. The Montreal Cognitive Assessment, MOCA : A brief screening tool for mild cognitive impairment. J Am Geriatric Soc. 2005 ;53 :695-699.

Gelebte Nachhaltigkeit in der Altersmedizin am Beispiel der Ernährung

23. November um 10:24 · · Birgit Hall, Leiterin Organisationsentwicklung & Qualitätsmanagement

Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) hat Nachhaltigkeit bewusst in ihrem Leitbild verankert: «Wir sehen Nachhaltigkeit als unsere Verpflichtung. Es ist zentral in einem sich rasch wandelnden Umfeld sorgsam mit Ressourcen umzugehen». Qualität, Wirtschaftlichkeit und Ökologie werden in der UAFP sinnvoll miteinander verbunden.

 

Die Ernährung bildet gerade bei älteren Menschen das Fundament für die medizinischen und therapeutischen Behandlungen. Für den Heilungsprozess braucht es Energie und Baustoffe – insbesondere Proteine und Vitamine – aus Nahrungsmittel. Essen und Trinken tragen direkt zum Wohlbefinden und zur Genesung der Patienten bei und sind damit ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit. Die abwechslungsreichen Mahlzeiten werden in der UAFP frisch und bedarfsgerecht zubereitet. Bei jeder Patientin und bei jedem Patienten wird der Ernährungszustand beurteilt und falls notwendig eine Ernährungstherapie durchgeführt. So kann unter Berücksichtigung der medizinischen Behandlung die erforderliche Ernährungstherapie festgelegt werden.

 

Bei der Herstellung der Mahlzeiten legt die Küche der UAFP einen besonderen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit: lokaler Einkauf, ressourcenschonende Zubereitungsgeräte und effiziente Reinigungsprozesse sorgen für eine nachhaltige Gastronomie. Die Vermeidung von Foodwaste wird erreicht durch adaptierte Menüs, bei denen die Portionen kleiner, die Nährstoffmengen jedoch gleich gross wie bei einem normalen Gericht sind. Die Gerichte werden exakt geplant und frisch nach Rezepten zubereitet. Somit wird gewährleistet, dass so wenig überschüssige Speisen wie möglich produziert werden. Auch Rüst- und sonstige Abfälle werden nicht einfach entsorgt, sondern gesammelt und zur Gewinnung von Energie und Dünger genutzt. Einen weiteren aktiven Beitrag zum Klimaschutz hat die UAFP mit PET-Recycling erzielt und das Umweltzertifikat für das Sammeln von fast einer Tonne PET-Flaschen in einem Jahr erhalten.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

Denn wir wissen, was wir tun

23. November um 10:24 · · Stephanie Bridenbaugh, Abteilungsleiterin Basel Mobility Center

Wie fühlt sich das Alter an? Arthrose, Grauer Star, zitternde Hände? Für junge, gesunde Menschen ist es nicht leicht, dies nachzuvollziehen. Empathie ist jedoch wesentlich für einen sensiblen Umgang mit älteren Menschen. Damit unsere Fachkräfte sich besser in unsere Patientinnen und Patienten hineinversetzen können, steht den Mitarbeitenden der Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER ein Alterssimulationsanzug zur Verfügung. Binnen Minuten erleben sie, wie es ist, unter verschiedenen Altersbeschwerden zu leiden. Wie dieser Anzug funktioniert und wie sich junge Menschen damit fühlen, zeigt ein neuer Film. Treppen steigen, Geld abheben, Kaffee trinken – das alles fühlt sich mit 20 Jahren anders an als mit 80. Das erlebt auch Lukas:

 

 

Sie möchten den Film Ihren Mitarbeitenden oder Studenten zeigen? Gern! Der Film steht auf unserer Webseite und YouTube für externe Weiterbildungen, Vorlesungen oder Vorträge zur Verfügung. Voraussetzung ist, dass die «Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER» als Quelle genannt wird.

 

Bei Interesse an dem GERT-Anzug für einen Workshop oder eine Weiterbildung melden Sie sich bitte beim Basel Mobility Center, baselmobilitycenter@felixplatter.ch.

Warum nach einem Spitalaufenthalt auch der Blick auf die Lebensumstände wichtig ist

23. November um 10:24 · · Petra Spielmann, Abteilungsleiterin Sozialberatung

Eine Erkrankung und ein damit verbundener Klinikaufenthalt kann manchmal die Lebenssituation einschneidend verändern. Oft kommt dann erst der Moment, in dem sich Betroffene und ihre Angehörigen bewusst werden, dass ein selbständiges Leben wie vorher so nicht mehr möglich ist. Speziell beim Spitalaustritt stellen sich viele Fragen: Geht es so weiter, wie es vorher war oder braucht es für ein möglichst selbstständiges Leben Unterstützung? Was muss organisiert werden? Welche finanziellen Folgen sind zu beachten?

 

Die Sozialberatung ist in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER integraler Bestandteil des interprofessionellen Teams aus ärztlichem Dienst, Pflegenden und Therapeutinnen und Therapeuten. An den wöchentlichen Teambesprechungen erhält die Sozialberatung einen vertieften Einblick in die individuelle Situation des Erkrankten, zum Beispiel, ob die Patientin oder der Patient Treppen steigen kann, welche medizinische Behandlungen anstehen, welche pflegerischen Hilfestellungen notwendig sind und ob allenfalls weitere Therapien organisiert werden müssen. Mit diesem multiprofessionellen Blick auf die Lebenssituation wird der Austritt mit den Patientinnen und Patienten konkret geplant. Meist sind auch die Angehörigen direkt in die Sozialberatung einbezogen, wenn der Austritt organisiert wird.

 

Die Sozialberatung koordiniert die vor dem Austritt anstehenden Aufgaben, organisiert die Nachsorge, informiert die beteiligten Personen und ist Ansprechpartner bei organisatorischen Fragen.

 

Flexibilität ist entscheidend

Diese anspruchsvolle Aufgabe hat viele Tücken. In der Arbeit mit Menschen ist wenig planbar, deshalb ist eine laufende Anpassung an die aktuellen Bedürfnisse die Regel.  So kann zum Beispiel die unerwartete Absage einer Kostengutsprache, ein sich überraschend ändernder Krankheitsverlauf oder die Verfügbarkeit von externen Pflegekapazitäten die Planung neu beginnen lassen. In solchen Situationen steht das Wohl der Patientin und des Patienten, aber auch der betroffenen Angehörigen, im Vordergrund. Empathie und soziale Kompetenz sind dann wichtig, denn oft müssen weitreichende Entscheidungen in kurzer Zeit gefällt werden, die nicht selten mit Unsicherheit und Stress einhergehen.

 

Genau solche Situationen erfordern eine enge Zusammenarbeit aller Professionen und klare Verantwortungen. Die Sozialberatung übernimmt diese anspruchsvolle Aufgabe und realisiert den Spagat zwischen den strukturellen Anforderungen und den Bedürfnissen, die die Betroffenen haben.

Moderne Blutverdünnung auch bei Hochbetagten sicher

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. med. Stefan T. Engelter, Chefarzt Rehabilitation

Die direkten oralen Antikoagulantien (DOAC) stellen eine attraktive Alternative zu den Vitamin-K-Antagonisten (VKA) in der blutverdünnenden Behandlung von Hirnschlagpatient/-innen mit Vorhofflimmern dar. Ob dies jedoch für die – im klinischen Alltag zunehmend häufigeren – hochbetagten Hirnschlagpatient/-innen über 85 Jahren gilt, war bisher unklar. In einer von Basler Forschern koordinierten, internationalen, gepoolten Analyse aus sieben Kohortenstudien wurde nun zum ersten Mal die Sicherheit und Wirksamkeit der modernen DOAC gegenüber den herkömmlichen VKA bei den ältesten Patient/-innen mit Vorhofflimmern und einem kürzlichen Hirnschlag untersucht. 

 

Eine Forschungsgruppe unter anderem des Universitätsspitals Basel und der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER in Basel konnte zeigen, dass diese moderne Form der Blutverdünnung auch bei hochbetagten Hirnschlagpatient/-innen sicher und wirkungsvoll ist. Dies kann unmittelbar im klinischen Alltag umgesetzt werden. 

 

Die Studie wurde am 8. November 2021 in der Zeitschrift Annals of Neurology (Impact Factor 10.4) online publiziert. 

Aus der Forschung: Gefässwandeinrisse und Sport

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. med. Stefan T. Engelter, Chefarzt Rehabilitation

Im Zusammengang mit sportlicher Betätigung wird immer wieder vom Auftreten von Dissektionen – d.h. Einrissen in die Gefässwand - hirnversorgender Arterien berichtet. Diese Einrisse können zu Schlaganfällen vor allem bei Menschen unter 50 Jahren führen; bei Älteren kommt dies aber auch  vor und wird dann meist unterschätzt. Ist Sport also für manche Menschen zu gefährlich? In Zusammenarbeit mit einer internationalen Expertengruppe analysierten Experten der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER und des Universitätsspitals Basel die bestehende Datenlage zu dieser Fragestellung und liessen dabei eigene Erfahrungen einfliessen: Ein direkter ursächlicher Zusammenhang zwischen Sport und Dissektion ist sehr selten und selbst Patienten, die eine Dissektion erlitten haben, können  - und sollen - sich in der Regel nach einer Karenzzeit wieder sportlich betätigen; allein von gewissen Kampfsportarten und Gewichtheben ist bei diesen Menschen abzuraten. Die Forschungsergebnisse wurden jetzt in Frontiers In Neurology publiziert.

SomPsyNet – eine Chance für betagte Patientinnen und Patienten

23. November um 10:24 · · Gabriele Bales, Pflegeexpertin als APN

Von Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen, die stationär wegen körperlichen Leiden behandelt werden, haben viele zusätzlich psychosoziale Belastungen oder psychische Erkrankungen. Für ältere Menschen, die oft mehrere Erkrankungen gleichzeitig aufweisen, sind seelische Leiden oder belastende Lebensumstände ein zusätzliches Risiko auf dem Weg der Genesung. Deshalb ist es gerade für betagte Erkrankte wichtig, dass psychosoziale Belastungen im Spital erkannt werden und gegebenenfalls zusätzlich zur somatischen Behandlung unterstützende Massnahmen auch nach dem Spitalaufenthalt angeboten werden. Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) ist aus diesem Grund im Projekt SomPsyNet engagiert.

 

Im SomPsyNet-Projekt werden in der UAFP akutstationär behandelte Patientinnen und Patienten mittels eines standardisierten Fragebogens zu ihren Lebensumständen und zu möglichen psychischen Belastungssituationen befragt. Zusätzlich zum interprofessionellen Behandlungsansatz des Spitals, der Medizin, Therapie und Pflege umfasst, wird damit die psychische Gesundheit der Erkrankten mit einbezogen. Idealerweise gelingt es so, frühzeitig geeignete Interventionen zu ermitteln, die Patientinnen und Patienten, aber auch ihre Angehörigen, entlasten können. Über das Projekt SomPsyNet ist die UAFP zudem in ein Netzwerk eingebunden, das eine sektorenübergreifende Versorgung zwischen stationärer und ambulanter Medizin ermöglicht. Gerade für Betagte, deren Lebensumstände sich nach einem Spitalaufenthalt einschneidend ändern können, können auf diese Weise individuelle Lösungen geschaffen werden, die die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen.

Klinische Aromatherapie: Wie ätherische Öle in der Alterspsychiatrie unterstützen können

23. November um 10:24 · · PD Dr. phil. Oliver Mauthner, Leiter Pflege & Therapien

Die Heilwirkung ätherischer Öle ist seit mehreren tausend Jahren bekannt. In der Neuzeit ist die Wertschätzung für die Verwendung von Aromen im Genesungsprozess dagegen ein Stück weit verloren gegangen. Studien zeigen jedoch, dass sich ätherische Öle auch und gerade heute im klinischen Kontext erfolgreich einsetzen lassen. In der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER wurde untersucht, welche Wirkung ätherische Öle in der Therapie haben können. Insbesondere für kognitiv stark eingeschränkte Patientinnen und Patienten, die oft nur schwer erreicht werden können, kann der Einsatz von Aromen eine Brücke zur Kommunikation bauen. Über das Geruchssystem werden Emotionen, geistiger Antrieb und Erinnerungen angesprochen. Zum Einsatz kamen ätherische Ölmischungen, die als Aroma mittels Diffuser oder Tupfer in die Umgebungsluft gegeben oder die topisch mittels Massagen und Wickeln angewendet wurden. Beobachtet werden konnte, dass Patientinnen und Patienten:

 

  • deutlich weniger Anzeichen von Angst, 
  • wesentlich weniger Aggressivität,
  • in einigen Fällen weniger Depression und Apathie und 
  • in den meisten Fällen weniger psychische Symptome wie Verhaltensstörungen zeigen.

 

Vor allem über die therapeutische Handmassage, die nach sieben klar definierten Schritten erfolgt, konnten Therapie- und Pflegepersonen positiven Kontakt zu den Betroffenen herstellen, was sich nachhaltig positiv auf die Beziehung zwischen den Betroffenen und seinem Umfeld auswirkte. Die in der UAFP durchgeführten wissenschaftlichen Studien zur klinischen Aromatherapie haben so positive Ergebnisse gezeigt, dass diese Therapieform heute fester Bestandteil vor allem in der alterspsychiatrischen Behandlung ist und von Pflegenden, Therapiefachleuten und Ärzten gleichermassen als therapeutisches Instrument geschätzt wird. 

Ruhiges Umfeld entscheidend für Delirbehandlung

23. November um 10:24 · · Dr. med. Isabella Glaser, Leitende Ärztin, DelirUnit, Dr. phil. Wolfgang Hasemann, Leiter Basler Demenz-Delir-Programm

Je weniger ein Mensch krankheitsbedingten Stress bewältigen kann (verminderte Resilienz), desto wahrscheinlicher wird es, dass das Gehirn im Rahmen einer akuten Erkrankung (Blaseninfekt oder Schenkelhalsfraktur) mit einem Delir (akuter Verwirrtheitszustand) reagiert. Der Zustand ist vorübergehend und ebbt mit der Gesundung wieder ab. Während eines Delirs können Betroffene ihre Umwelt häufig nicht mehr verstehen und fürchten sich vor den geistigen Veränderungen, die sie teilweise selbst wahrnehmen. Ein Delir ist ein Ausnahmezustand, der als traumatisch erlebt werden kann. Betroffene profitieren entscheidend von einer rasch eingeleiteten spezialisierten Behandlung, wie sie die DelirUnit der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) bietet. Hier wird neben der ursächlichen Behandlung des Delir-Auslösers besonderer Wert auf eine ruhige und entspannende Atmosphäre, die sämtliche Stressfaktoren minimiert, gelegt. Die gemeinsame Einnahme individuell angepasster Mahlzeiten im Aufenthaltsraum, angemessene Bewegung sowie orientierende und empathische Kommunikation stehen im Zentrum der Behandlung. Dadurch gelingt es, die Anwendung von Beruhigungsmitteln zu minimieren.

 

Weil Menschen mit Delir häufiger stürzen und sich dabei verletzen können, bedarf es einer engmaschigen Überwachung. Doch auch kognitiv stark eingeschränkte Personen haben ein klares Empfinden für Privatsphäre und Distanz. Die Anwesenheit etwa einer Sitzwache kann als störend empfunden werden und dadurch Stress auslösen, was eine erfolgreiche Delirbehandlung erschwert. Technische Hilfsmittel wie das Radarsystem QUMEA, das die UAFP seit einiger Zeit erfolgreich im Einsatz hat, können dieses Problem lösen, denn sie fügen sich unauffällig in die Raumumgebung ein. QUMEA informiert die Pflege unauffällig, wenn ein sturzgefährdeter Patient ohne die Patientenglocke zu bedienen das Bett verlassen möchte. Sturzverletzungen können somit verhindert werden, ohne dass der Patient in seiner Bewegungsabsicht eingeschränkt werden muss.

 

Die DelirUnit wurde darüber hinaus auch baulich so konzipiert, dass Stress möglichst vermieden wird: Grosszügige Innen- und Aussenräume lassen einen hohen Bewegungsdrang zu, schützende Massnahmen wie verschlossene Türen sind so diskret wie möglich gestaltet. QUMEA-Warnungen werden auf die Mobiltelefone der Pflegepersonen übertragen. Dies trägt zur Reduktion störender akustischer Alarme bei und fördert eine ruhige Umgebung. Bodenbetten und weitere bauliche Vorkehrungen minimieren Verletzungsrisiken, selbst wenn eine Person unbeobachtet das Bett verlässt. Entscheidend ist darüber hinaus, dass die Mitarbeitenden der DelirUnit mit grosser Ruhe und Empathie für Patientinnen und Patienten da sind und damit ein Ambiente schaffen, das so angenehm und vertrauensbildend wie möglich ist und damit eine nachhaltig erfolgreiche Delirbehandlung fördert.

Musikspiegel: Wie Musik und Geräusche Menschen mit Demenz helfen können

23. November um 10:24 · · Susie Holzemer, Pflegeexpertin, Alterspsychiatrie

Musik kann Emotionen wecken – dieser wohlbekannte Effekt kann auch in der Arbeit mit kognitiv eingeschränkten älteren Menschen genutzt werden. Vor allem Geräusche und Musik, die an schöne Erlebnisse geknüpft sind, können positive Assoziationen wecken und so die Stimmung heben – ganz besonders bei Menschen mit Gedächtnisschwierigkeiten.

 

Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER hat an einer Studie des Zentrums für Gerontologie und des Forschungsschwerpunktes «Dynamik Gesunden Alterns» der Universität Zürich mitgewirkt, in der die Wirkung von sogenannten Musikspiegeln in der Arbeit mit kognitiv eingeschränkten älteren Menschen untersucht wurde. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Musikspiegel-Methode kann das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz deutlich steigern, sowohl in Alltagssituationen als auch bei herausforderndem Verhalten wie Unruhe, Apathie oder Aggression. Auch die pflegenden Personen profitieren: Ihre Grundstimmung verbesserte sich, während das akute Stressempfinden sank. Darüber hinaus stieg die wahrgenommene Nähe zwischen den Betreuungs- und Pflegepersonen und den an Demenz erkrankten Menschen. Musikspiegel können also in vielfältiger Weise anrühren und positive Wirkung entfalten.

 

Für einen persönlichen Musikspiegel werden positive Erinnerungen von Demenzbetroffenen in deren eigenen Worten festgehalten und mit Geräuschen oder Musik kombiniert, die mit den entsprechenden Lebensepisoden zusammenhängen. In der UAFP wurden Musikspiegel vor allem auf der Alterspsychiatrie eingesetzt und konnten so Brücken zur Erinnerung der von Demenz betroffenen Menschen bauen. Eine im März 2022 stattfindende Fachtagung wird die Aspekte von Musik und Geräuschen in der Arbeit mit Demenzbetroffenen weiter vertiefen.

Was leistet Palliative Care in der Altersmedizin?

23. November um 10:24 · · Patrick Jermann, MSc, Pflegeexperte Palliative Care

Der Begriff «Palliative Care» umfasst die Begleitung und die Behandlung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen und/oder chronisch fortschreitenden Krankheiten. Sie soll vorausschauend miteinbezogen werden, ihr Schwerpunkt liegt in der Zeit, in der die Heilung der Krankheit als nicht mehr möglich erachtet wird und kein primäres Ziel mehr darstellt. Es wird angestrebt Patientinnen und Patienten eine ihrer Situation angepasste optimale Lebensqualität bis zum Tode zu gewährleisten und die nahestehenden Bezugspersonen angemessen zu unterstützen. Um dies zu ermöglichen, sollen alle Massnahmen, die das Leiden eines unheilbar kranken Menschen lindern und ihm eine bestmögliche Lebensqualität bis zum Ende verschaffen, eingesetzt werden.

 

Die Begleitung und Behandlung soll interprofessionell, d.h. durch verschiedene Berufsgruppen erfolgen. So kann die Betreuung des Patienten ganzheitlich erfolgen und die körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Dimensionen berücksichtigt werden.

 

Bei der körperlichen Dimension geht es darum, dass alle Symptome systematisch, regelmässig und kontinuierlich erfasst und behandelt werden. Die psychischen Stressfaktoren der Patientin, des Patienten sowie der betreuenden nahestehenden Bezugspersonen werden in der psychischen Dimension systematisch erfasst und behandelt. Die soziale Dimension stellt die Lebenswelt der Patientin bzw. des Patienten in den Vordergrund. Sie orientiert sich an den Bedürfnissen und an den gewohnten Lebens- und Tagesstrukturen des Menschen. Von Bedeutung sind unter anderem die Angehörigen, der Freundeskreis, die Wohnsituation und die finanziellen und sozialversicherungs-rechtlichen Angelegenheiten. Die spirituelle Begleitung leistet einen Beitrag zur Förderung der subjektiven Lebensqualität und zur Wahrung der Personenwürde angesichts von Krankheit, Leiden und Tod. Dazu begleitet sie die Menschen in ihren existenziellen, spirituellen und religiösen Bedürfnissen auf der Suche nach Lebenssinn, Lebensdeutung und Lebensvergewisserung sowie bei der Krisenbewältigung.

Alzheimer möglichst früh erkennen

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. phil. Andreas U. Monsch, Abteilungsleiter Memory Clinic

Alzheimer ist die wichtigste, weil häufigste Ursache der Demenz, von der weltweit über 50 Millionen Menschen betroffen sind. Anlässlich des heutigen Welt-Alzheimer-Tages fordern Alzheimer Schweiz, Swiss Memory Clinics sowie die Stiftung Synapsis - Alzheimer Forschung Schweiz bessere Rahmenbedingungen für die Prävention, Erforschung und Behandlung von Alzheimer und anderer Demenzformen.

 

Je früher eine Demenz erkannt wird, desto früher ist es möglich, pharmakologische und nichtmedikamentöse Therapien zu starten. Es ist somit wichtig, die allerersten Zeichen für Hirnleistungsstörungen zu finden und diese richtig zu deuten. Die Memory Clinic FELIX PLATTER ist auf diese Frühdiagnostik spezialisiert: Sie führt jedes Jahr bei etwa 1’000 Menschen eine Abklärung durch – mit speziell dafür entwickelten kognitiven Tests und einer medizinisch-neurologischen Untersuchung. Zusätzlich findet ein Kernspintomogramm, ein Scan des Gehirns statt, mit welchem typische Veränderungen der Hirnstruktur gesehen werden können, aber auch andere mögliche Ursachen, wie z.B. ein Tumor, ausgeschlossen werden können.

 

Das Team der Memory Clinic hat das Ziel, eine Demenz zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu diagnostizieren. Zwar gibt es noch keine wirklich befriedigende Therapiemöglichkeit, welche Alzheimer heilen oder stoppen kann, aber es gibt Medikamente, die eine Verzögerung der Verschlechterung erwarten lassen. Zudem sind nicht-medikamentöse Therapieangebote, wie Gedächtnistraining und Angehörigenberatung und –begleitung, nachgewiesenermassen sehr hilfreich. Daher arbeiten die Forschenden in der Memory Clinic stetig daran, die Frühdiagnostik noch weiter zu verbessern. Es werden neue, innovative Tests entwickelt und auch in Form einer computerisierten Anwendung eingesetzt.

Können Sie gleichzeitig gehen und sich dabei unterhalten?

23. November um 10:24 · · Dr. med. Stephanie Bridenbaugh, Leiterin Basel Mobility Center

Ein gemeinsamer Spaziergang mit guten Gesprächen – für manchen der Inbegriff eines gelungenen Nachmittags. Doch jeder Mensch hat ein bestimmtes Ausmass an Aufmerksamkeitsressourcen, die im Alter abnehmen. Wenn mehr Aufmerksamkeit benötigt wird, um sensorielle Defizite zu kompensieren, steht weniger Aufmerksamkeit für das Gehen zur Verfügung. Betroffene fühlen sich deshalb beim Gehen oft unerklärlich unwohl. Diese Gefühle werden häufig als Schwindel oder Unsicherheit beschrieben. Für Ärzte kann es ein Alarmzeichen sein, wenn jemand nicht mehr gehen und gleichzeitig dabei reden kann. Studien haben gezeigt, dass ein sich verändernder Gang ein Zeichen für eine beginnende kognitive Störung wie Demenz sein kann. Auf dieser wissenschaftlichen Basis gelingt es heute, anhand von Ganganalysen Geh- und Hirnleistungsstörungen sowie ein Sturzrisiko in einer sehr frühen Phase zu erkennen.

 

Unsicherheiten beim Gehen können mit gezielten Bewegungsprogrammen verbessert werden. Sogar bei bereits bestehender Demenz haben rhythmische Bewegungsabläufe einen positiven Einfluss auf die Ganggeschwindigkeit und die Gehsicherheit. Als besonders wirksam haben sich das Tanzen, Tai-Chi oder die Jaques-Dalcroze-Rhythmik erwiesen, die heute in zahlreichen Seniorenkursen angeboten werden. Mit Bewegung lässt sich nicht nur der Gang stabilisieren, sondern auch die geistige Fitness signifikant verbessern.

Das Gehen sicher und frei trainieren für eine schnellere Rückkehr in den Alltag

23. November um 10:24 · · Robert Grossenbacher, Fachverantwortlicher Physiotherapie

Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER setzt auch in der Therapie auf moderne Technologien. Mit einem neuen, innovativen Gerät – dem Andago® – können unsere Patientinnen und Patienten einen sicheren Gang unter Alltagsbedingungen, wie z.B. unterschiedliche Bodenbeläge, trainieren. 

 

Mit einem sensorgesteuerten Modus kann dieser mobile Gehrahmen sogar die Gehrichtung und -geschwindigkeit der Patientinnen und Patienten erkennen und ihnen beinahe unauffällig folgen. Die Patientin, der Patient ist zwar durch ein Gurtsystem mit dem Andago® verbunden und gesichert, kann aber dank diesem «Patientenfolge-Modus» praktisch frei umhergehen.  Damit kann ein selbständiges, natürliches und sicheres Gehtraining ermöglicht werden. Losgehen, Anhalten oder Hindernisse überwinden sind nur einige der vielfältigen Situationen, die man mit dem Gerät üben kann. 

 

In der Physiotherapie wird der Andago® sehr geschätzt und ist täglich im Einsatz. Das Besondere ist, dass die Patientinnen und Patienten dank der Sturzsicherung ohne Angst an ihre Grenzen gehen können. Damit wird das Training sehr effizient. Ob in der Rehabilitation nach einem Schlaganfall oder den ersten Schritten nach einer Schenkelhalsfraktur: Den Schwierigkeitsgrad der Therapie kann man individuell an die Patientinnen und Patienten anpassen und sie so fit für den Alltag machen. 

Muss Alter schmerzhaft sein?

23. November um 10:24 · · Dr. med. Dieter Breil, Chefarzt Akute Altersmedizin

Rund 16 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer leiden an chronischen Schmerzen. Chronische Schmerzen sind der häufigste Grund für Arztbesuche, da sie oft mehrere Monate oder Jahre anhalten und den Körper nicht selten an die Grenze der Kompensationsmöglichkeit bringen. Besonders ab 75 Jahren nimmt die Häufigkeit von chronischen Schmerzen exponentiell zu. Die Schmerzursachen sind unterschiedlich und vielfältig. Meist sind sie Folge von Abnutzungserscheinungen, Entzündungen, Frakturen, Durchblutungsstörungen oder ein Tumor ist der Auslöser.

 

Ziel  der Schmerz-Behandlungen im Alter kann oft nicht primär die vollkommene Heilung sein, vielmehr darf der chronische Schmerz nicht mehr den Alltag dominieren. Wichtig ist daher, dass Betroffene gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt einen realistischen Vorsatz definieren. So können beispielweise der Erhalt von Mobilität und grösstmöglicher Selbständigkeit, Treppensteigen, oder eine längere Schlafdauer das Ziel sein, um noch langfristig am sozialen Leben teilnehmen zu können.

 

Die Therapie chronischer Schmerzen umfasst sowohl Medikamente als auch Physiotherapie und psychologische Therapien, da Bewegung und Entspannung wichtige Erfolgsfaktoren sind. Für die richtige Medikamentenwahl ist entscheidend, den zugrundeliegenden Schmerzmechanismus, die Schmerzstärke als auch die Nebenwirkungen der Medikamente zu beachten. Zudem ist es ratsam, mit einer tiefen Dosierung zu starten und auch nur langsam zu steigern. Dies ist oft wesentlich wirkungsvoller, als direkt mit einer hohen Dosis zu beginnen, begleitet von Nebenwirkungen.

 

In jedem Fall ist eine Therapie chronischer Schmerzen dann erfolgreich, wenn sie individuell auf die betroffene Person abgestimmt ist. Dies setzt eine ganzheitliche Anamnese voraus, die auch nichtmedizinische Aspekte mit einbezieht und einfühlsam durchgeführt wird. Erfahren Sie in diesem Vortrag mehr über das Thema «Muss Alter schmerzhaft sein?»

 

Neues aus der Altersmedizin

23. November um 10:24 · · Sindy Schmiegel, Leiterin Marketing und Kommunikation

Senioren sind mehr und mehr online unterwegs, hat eine aktuelle Studie von Pro Senectute gezeigt. Auch in Gesundheitsfragen ist das Internet für ältere Menschen oft eine wichtige Informationsquelle. 

 

Die neue Webseite der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) will die Angebote des altersmedizinischen Zentrums in der Nordwestschweiz noch besser zugänglich machen. Forschung und Wissenschaft sind ein weiterer Schwerpunkt auf der Webseite. Auch wer auf Stellensuche ist oder sich als Freiwillige/-r engagieren möchte, findet auf der neu gestalteten Webseite Informationen und Ansprechpartner. Weil die Nutzer der UAFP-Webseite häufig im Seniorenalter sind, wurde beim Design besonders auf Barrierefreiheit geachtet: Die Schrift lässt sich stark vergrössern, satte Farben erhöhen die Kontraste und auf ablenkende Elemente wurde verzichtet.  

 

Regelmässig fassen die UAFP-Expertinnen und -Experten in kurzen Blogartikeln neue Erkenntnisse zu altersmedizinischen Themen zusammen oder geben Tipps für Gesundheit und Prävention im Alter. Kognition, Mobilität und Ernährung bilden dabei – entsprechend den Schwerpunkten der UAFP – die Kernbereiche, zu denen Leserinnen und Leser Neues, Interessantes und Nützliches erfahren. Melden Sie sich an, um auf dem Laufenden zu bleiben!

 

 

 

 

Haben Sie Rückmeldungen für uns oder vermissen Sie auf der Webseite etwas? Schreiben Sie uns an kommunikation@felixplatter.ch.

Forschungserfolg mit der TREAT-CAD Studie

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. med. Stefan T. Engelter, Chefarzt Rehabilitation, Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER

In der Mai-Ausgabe der Fachzeitschrift The Lancet Neurology wurden die Resultate der TREAT-CAD-Studie publiziert und dies mit spezieller Würdigung als «Editor’s choice». Die Studie «Biomarkers and Antithrombotic Treatment in Cervical Artery Dissection (TREAT-CAD, NCT02046460)» ist eine multizentrische Therapiestudie, die untersucht hat, ob Einrisse in der Wand hirnversorgender Gefässe – Dissektionen genannt – mit Aspirin behandelt werden können oder ob eine aufwändigere Blutverdünnung (Antikoagulation) nötig ist. Eine internationale Forschergruppe aus zehn Zentren – sieben in der Schweiz, zwei in Deutschland, eines in Dänemark – hat unter meiner Leitung (Universitäre Altersmedizin FELIX Platter und Universitätsspital Basel) unterstützt von Dr. Christopher Traenka (UAFP, USB) Prof. Dr. Philippe Lyrer (USB) und Prof. Dr. Marcel Arnold (Inselspital Bern) zeigen können, dass Aspirin nicht gleich wirksam ist wie die Antikoagulation.

 

Aus unserem Hause haben PD Dr. Henrik Gensicke und Dr. Alexandros Polymeris ebenfalls tatkräftig zum Erfolg der Studie beigetragen.

 

An der Studie nahmen 194 Patientinnen und Patienten über 18 Jahre mit einer symptomatischen, im MRI nachgewiesenen zervikalen Dissektion der hirnversorgenden Gefässe teil. Dissektionen der hirnversorgenden Gefässe sind die häufigste Hirnschlagursache (auch Schlaganfall genannt) bei unter 50-Jährigen; allerdings kommen diese Dissektionen -wie wir vor 4 Jahren zeigen konnten - aber gar nicht so selten auch bei Älteren vor und werden in dieser Altersgruppe wohl tendenziell unterschätzt.[1]

 

[1] Traenka C, Dougoud D, Goeggel Simonetti B, Metso T, Debette S, Pezzini A, Kloss M, Grond-Ginsbach C, Majersik J, Worrall B, Leys D, Baumgartner RW, Caso V, Bejot Y, Compter A, Reiner P, Thijs V, Southerland AM, Bersano A, Brandt T, Gensicke H, Touzé E, Martin JJ, Chabriat H, Tatlisumak T, Lyrer P, Arnold M*, Engelter ST*, for the CADISP-Plus Study group: Cervical Artery Dissection in patients ≥ 60 years – often painless, few mechanical triggers.

Neurology, 2017;