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Ältere Menschen laufen im Park

Können Sie gleichzeitig gehen und sich dabei unterhalten? 05 Okt 2021

05. October 2021 · ·

Ein gemeinsamer Spaziergang mit guten Gesprächen – für manchen der Inbegriff eines gelungenen Nachmittags. Doch jeder Mensch hat ein bestimmtes Ausmass an Aufmerksamkeitsressourcen, die im Alter abnehmen. Wenn mehr Aufmerksamkeit benötigt wird, um sensorielle Defizite zu kompensieren, steht weniger Aufmerksamkeit für das Gehen zur Verfügung. Betroffene fühlen sich deshalb beim Gehen oft unerklärlich unwohl. Diese Gefühle werden häufig als Schwindel oder Unsicherheit beschrieben. Für Ärzte kann es ein Alarmzeichen sein, wenn jemand nicht mehr gehen und gleichzeitig dabei reden kann. Studien haben gezeigt, dass ein sich verändernder Gang ein Zeichen für eine beginnende kognitive Störung wie Demenz sein kann. Auf dieser wissenschaftlichen Basis gelingt es heute, anhand von Ganganalysen Geh- und Hirnleistungsstörungen sowie ein Sturzrisiko in einer sehr frühen Phase zu erkennen.

 

Unsicherheiten beim Gehen können mit gezielten Bewegungsprogrammen verbessert werden. Sogar bei bereits bestehender Demenz haben rhythmische Bewegungsabläufe einen positiven Einfluss auf die Ganggeschwindigkeit und die Gehsicherheit. Als besonders wirksam haben sich das Tanzen, Tai-Chi oder die Jaques-Dalcroze-Rhythmik erwiesen, die heute in zahlreichen Seniorenkursen angeboten werden. Mit Bewegung lässt sich nicht nur der Gang stabilisieren, sondern auch die geistige Fitness signifikant verbessern.

Dr. med. Stephanie Bridenbaugh, Leiterin Basel Mobility Center