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AdvantAGE-Angebot stärkt den Übergang vom Spital nach Hause – Versorgungslücke gezielt geschlossen

10. February 2026 · ·

Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt hat kürzlich auf Antrag des Regierungsrates die Fortführung des Modellprojekts AdvantAGE der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) für die Jahre 2026 bis 2028 mit insgesamt 1’668’867 Franken (556’289 Franken jährlich) definitiv beschlossen. Mit diesem innovativen Projekt wird eine wichtige Versorgungslücke für ältere Menschen nach einem Spitalaufenthalt geschlossen.

Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER und der Kanton Basel-Stadt stärken mit dem Projekt AdvantAGE gezielt die Versorgung älterer Menschen in einer besonders sensiblen Phase: dem Übergang vom Spitalaustritt zurück ins häusliche Umfeld. Das Versorgungsmodell reagiert auf die demografische Entwicklung und auf das Bedürfnis vieler älterer Menschen, möglichst lange selbstständig im vertrauten Zuhause leben zu können.

 

Gerade die Zeit nach einem Spitalaufenthalt ist für ältere Menschen mit erhöhten Risiken verbunden. Behandlungen müssen sicher weitergeführt, gesundheitliche Veränderungen früh erkannt und verschiedene Beteiligte koordiniert werden. Genau hier setzt AdvantAGE an: Das Projekt schliesst die Versorgungslücke zwischen stationärer Behandlung und ambulanter Weiterbetreuung.

 

Fachlich enge Begleitung durch spezialisierte Pflegeexpertinnen und -experten

Ziel von AdvantAGE ist es, Patientinnen und Patienten in dieser anspruchsvollen Übergangszeit fachlich eng zu begleiten. Speziell ausgebildete Advanced Practice Nurses (APN) mit erweiterter klinischer Verantwortung und geriatrischem Fachwissen beurteilen den Gesundheitszustand ganzheitlich, erkennen Risiken frühzeitig und sorgen dafür, dass medizinische Behandlungen sicher weitergeführt und im Alltag gut koordiniert umgesetzt werden.

«Ältere Menschen stehen nach einem Spitalaufenthalt vor grossen Herausforderungen. Mit AdvantAGE können wir gezielt durch medizinisch-pflegerische Betreuung unterstützen und so Wiedereintritte ins Spital vermeiden», erklärt Dr. Oliver Mauthner, Chief Nursing Officer der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER. «Das trägt dazu bei, dass Betroffene stabil bleiben, selbstständig zu Hause leben können und ihre Lebensqualität erhalten bleibt.»

 

Koordinierte Versorgung im häuslichen Umfeld

Die medizinisch-pflegerische Begleitung erfolgt während bis zu 90 Tagen nach dem Spitalaustritt. Die APNs besuchen die Patientinnen und Patienten zu Hause und arbeiten eng mit Hausärztinnen und Hausärzten, der Spitex sowie Apotheken zusammen. Ergänzend steht ein multiprofessionelles Team aus Sozialberatung, Geriatrie sowie Ernährungs- und Ergotherapie zur Verfügung. Die Betreuung umfasst Hausbesuche, interprofessionelle Abklärungen und die Erstellung eines individuellen Versorgungsplans.

Prof. Dr. Thekla Brunkert, Co-Projektleiterin, ergänzt: «Die positiven Rückmeldungen der bisher betreuten Personen zeigen deutlich, wie wichtig dieses Angebot ist. AdvantAGE leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, dass ältere Menschen nach einem Spitalaufenthalt sicher und selbstständig zu Hause leben können.»

 

Nachweisbarer Nutzen für Patientinnen und Patienten und das Gesundheitssystem

Seit Beginn des Projektes von Anfang 2023 bis Ende 2025 wurden rund 340 Patientinnen und Patienten erfolgreich betreut. Neben einer gesteigerten Versorgungssicherheit und Lebensqualität konnten somit auch Gesundheitskosten eingespart werden.

Langfristig soll AdvantAGE in die Regelversorgung integriert werden. Geplant sind unter anderem eigene Tarifpositionen, die eine Finanzierung über die obligatorische Krankenversicherung ermöglichen und das Versorgungsmodell nachhaltig verankern.