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Sicher gehen, kräftig bleiben: Physiotherapie an der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER

26. May 2026 · ·

Mobilität ist mehr als die Fähigkeit, von A nach B zu gelangen. Sie ist die Voraussetzung für Selbständigkeit, für soziale Teilhabe und für Lebensqualität. Wenn das Gleichgewicht nachlässt, die Kraft schwindet oder die Angst vor einem Sturz den Alltag bestimmt, ist physiotherapeutische Unterstützung oft der entscheidende Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

Claire Liniger ist Physiotherapeutin in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) und hat ihren Beruf von Anfang an bewusst gewählt. Als Jugendliche war sie selbst Patientin in der Physiotherapie. Diese Erfahrungen faszinierten sie so sehr, dass ihr Berufswunsch nach der Matura feststand.

Während des obligatorischen Pflegepraktikums vor dem Beginn ihres Studiums kristallisierte sich schliesslich ihre fachliche Richtung heraus: Claire entdeckte ihre besondere Leidenschaft für die Neurologie. Bis heute begeistert sie die Möglichkeit, Menschen nach neurologischen Erkrankungen oder Ereignissen auf ihrem Weg zurück zu mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität zu begleiten. Die UAFP unterstützt sie dabei aktiv. Neben einem CAS in Multiple Sklerose (MS) und einem CAS in Parkinson absolviert sie derzeit den MAS zur Neurofachexpertin Physiotherapie an der Universität Basel.

Mehr als Rücken und Knie

Die meisten Menschen kennen Physiotherapie aus dem Sport oder nach einer Operation. In der Altersmedizin liegt der Fokus jedoch woanders. Im Vordergrund stehen Sturzprävention, Gangschulung und Gleichgewichtstraining sowie die Frage, wie sich ältere Menschen möglichst sicher und selbstständig bewegen können. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Atemtherapie: Bei Erkrankungen wie Multipler Sklerose (MS) oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) geht es darum, die Lunge optimal zu belüften, die Atemwahrnehmung zu schulen und durch Sekretmobilisation das Abhusten zu erleichtern. Schliesslich spielt auch Krafttraining eine zentrale Rolle, denn Muskelkraft nimmt im Alter natürlich ab. Bei Inaktivität erhöht sie das Sturz- und Frakturrisiko und ist auch entscheidend für den Schutz vor Osteoporose.

Zu den typischen Gründen für eine Überweisung zählen Schlaganfälle, Parkinson, Multiple Sklerose, Schwindel und Polyneuropathien. Letztere sind eine häufige Spätfolge von Diabetes und beeinträchtigen die Gangsicherheit durch das nachlassende Gefühl in den Füssen. Um das ambulante Angebot der Physiotherapie an der UAFP wahrzunehmen, ist kein stationärer Aufenthalt erforderlich. Patientinnen und Patienten können mit einer ärztlichen Verordnung direkt zu uns kommen.

Technologie trifft Therapie

Was die UAFP von einer gewöhnlichen Physiotherapiepraxis unterscheidet, sind ihre speziellen Angebote und Geräte. In ihrem eigenen Trainingszentrum können Patientinnen und Patienten unter Aufsicht eine medizinische Trainingstherapie (MTT) an Fitnessgeräten absolvieren, ihre Kraft gezielt aufbauen und ihre Ausdauer trainieren. Interaktive Bildschirme mit Bewegungsspielen trainieren gleichzeitig das Gleichgewicht und das sogenannte Dual-Tasking, also die Fähigkeit, zwei Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen. Dies verbessert die Koordination und ist ein wichtiger Baustein der Sturzprävention.

Für Personen mit stark eingeschränkter Gehfähigkeit steht ein Laufroboter zur Verfügung, der das Gehtraining ermöglicht, auch wenn die eigene Kraft dafür noch nicht ausreicht. Und für Menschen mit Parkinson oder MS bietet die UAFP spezifische Gruppentherapien mit jahrzehntelanger Erfahrung, die neben der Therapie auch den Austausch unter Betroffenen fördern.

Parkinson-spezifisch behandeln: LSVT BIG

Für Parkinson-Patientinnen und -Patienten bietet die UAFP wissenschaftlich fundierte Spezialtherapien an, die eigens für diese Erkrankung entwickelt wurden.

Parkinson verlangsamt und verkleinert Bewegungen, ohne dass die Betroffenen das selbst so wahrnehmen. LSVT BIG trainiert gezielt grosse, bewusst übertriebene Bewegungen des ganzen Körpers. Das Ziel ist eine neurologische Neukalibrierung: Was sich für die Betroffenen «zu gross» anfühlt, entspricht tatsächlich dem normalen Bewegungsausmass. Durch intensives, hochfrequentes Training werden Gleichgewicht, Gangbild und die Bewältigung von Alltagsbewegungen nachweislich verbessert.

Eigentraining als Schlüssel zum Erfolg

Die meisten Patientinnen und Patienten kommen einmal pro Woche zur Therapie. Claire ist direkt: «Einmal pro Woche ist ein Tropfen auf den heissen Stein. Was zählt, ist das Eigentraining zu Hause.» Deshalb erhält jede Person ab der ersten Sitzung ein individuell abgestimmtes Heimprogramm mit Infomaterial, das die Übungen begleitet. Bei jedem Termin wird geprüft, ob die Übungen korrekt ausgeführt werden und ob das Programm angepasst werden muss. Fortschritt entsteht nicht primär in der Therapiestunde, sondern in den Tagen dazwischen. «Mobilität ermöglichen und zurückerlangen, sich sicher bewegen können, auch in der eigenen Wohnung: Das ist Physiotherapie für mich», fasst Claire zusammen.

Was auf dem Spiel steht

Was passiert, wenn Mobilität und Kraft nicht trainiert werden? Claire beschreibt die Folgen klar: erhöhtes Sturzrisiko, fortschreitender Verlust von Selbständigkeit und ein steigendes Risiko für einen Spitaleintritt. Gerade im Alter heilen Brüche langsamer, und jede Phase der Immobilität kostet wertvolle Kraft, die mühsam zurückgewonnen werden muss. Es lohnt sich, frühzeitig anzufangen.

Was Claire antreibt, macht sie an einem Beispiel deutlich: Ein Parkinson-Patient trainierte mit ihr das Gehen auf Rampen. Das Ziel war keine medizinische Kennzahl, sondern eine Kreuzfahrt mit seiner Frau. «Zu sehen, wie jemand durch die Therapie Freude an seiner Beweglichkeit zurückgewinnt und damit Dinge wieder möglich werden, die ihm wichtig sind, das ist es, was mich jeden Tag antreibt», sagt sie.

Gemeinsam mehr erreichen

Physiotherapie an der UAFP funktioniert nicht im Alleingang. In regelmässigen interprofessionellen Fallbesprechungen tauschen sich Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Ernährungstherapie, Pflege und Ärzteschaft aus, stimmen Therapieziele ab und koordinieren die Behandlung. Dieser enge Zusammenhalt macht den Unterschied. «Das Team hier ist sehr engagiert und motiviert. Diese Qualität des interprofessionellen Austauschs gibt es nicht überall», sagt Claire.

Haben Sie Fragen zur Physiotherapie der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER oder möchten Sie eine Zuweisung vornehmen? Wir freuen uns über Ihre Nachricht an Therapiekoordination@felixplatter.ch.