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Ernährungsmythen im Check: Was unserem Körper im Alter wirklich guttut
Braucht man im Alter mehr Eiweiss? Ist Kaffee gesund oder schädlich? Und wie sinnvoll sind all die Nahrungsergänzungsmittel, die uns täglich angepriesen werden? Ernährungstherapeutin Gudrun Hillenbrand räumt mit gängigen Mythen auf und zeigt, worauf es bei einer gesunden Ernährung im Alter tatsächlich ankommt.
Hält ein Apfel wirklich den Arzt fern?
«An apple a day keeps the doctor away» – ganz so einfach ist es zwar nicht. Ein Apfel ersetzt keine ausgewogene Ernährung. Dennoch steckt viel Wahrheit in diesem Sprichwort: Äpfel liefern wertvolle Ballaststoffe und Vitamine, fördern die Verdauung, unterstützen das Immunsystem und können die Herz-Kreislauf-Gesundheit positiv beeinflussen.
Eiweiss: Ein wichtiger Baustein für starke Muskeln
Mit zunehmendem Alter verliert der Körper Muskelmasse. Deshalb benötigen ältere Menschen tatsächlich mehr Proteine als jüngere Erwachsene. Sie helfen, die Muskulatur zu erhalten und können so auch Stürzen vorbeugen. Empfohlen werden täglich etwa 1 bis 1,2 Gramm Eiweiss pro Kilogramm Körpergewicht – idealerweise verteilt über den ganzen Tag.
Nicht einzelne Lebensmittel zählen – sondern das Gesamtbild
Immer wieder werden bestimmte Lebensmittel als wahre Gesundheitswunder angepriesen. Entscheidend ist jedoch nicht das einzelne Produkt, sondern das gesamte Ernährungsverhalten. Wer möglichst frisch, bunt und abwechslungsreich kocht und verarbeitetes Essen reduziert, schafft die beste Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden.
Das Frühstück stellt die Weichen für den Tag
Ein ausgewogenes Frühstück versorgt den Körper mit Energie und wichtigen Nährstoffen. Besonders sinnvoll sind Eiweissquellen wie Eier, Käse oder Schinken, kombiniert mit komplexen Kohlenhydraten und frischem Obst oder Gemüse. So bleiben Sättigung, Leistungsfähigkeit und Verdauung länger erhalten.
Kaffee ist erlaubt – in der richtigen Menge
Für Kaffeeliebhaber gibt es gute Nachrichten: Zwei bis drei Tassen täglich können durchaus gesund sein. Kaffee enthält Antioxidantien und B-Vitamine, die das Immunsystem unterstützen und sich positiv auf Herz und Kreislauf auswirken können. Wer regelmässig mehr als fünf Tassen trinkt, riskiert hingegen Nervosität, Schlafprobleme oder erhöhten Blutdruck. Alternativen wie Matcha, Grüntee oder Kombucha bieten ähnliche positive Effekte.
Welche Nahrungsergänzungsmittel sind sinnvoll?
Nahrungsergänzungsmittel sollten nur dann genommen werden, wenn eine Lücke in der Ernährung besteht. Mit einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Kost nimmt man alle wichtigen Mikronährstoffe zu sich, so dass eine Supplementierung nicht nötig ist. Mit einer Ausnahme: Vitamin D. Da wir dies nicht genügend über die Lebensmittel aufnehmen, wird empfohlen, Vitamin D zusätzlich zu nehmen.
Fazit
Gesunde Ernährung im Alter muss weder kompliziert noch voller Verbote sein. Entscheidend sind ausreichend Proteine, frische und vielfältige Lebensmittel sowie ein ausgewogenes Essverhalten. Kleine Gewohnheiten – vom Apfel bis zum nährstoffreichen Frühstück – können dabei einen wertvollen Beitrag leisten.