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Tagesklinik Elodie Gotzinger

Einblick in die geriatrische Rehabilitation der Tagesklinik an der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER

08. April 2026 · ·

Elodie Grotzinger sitzt am Tisch und überlegt kurz, bevor sie antwortet. Dann sagt sie: «Auf einer Notfallstation hatte ich kaum Zeit, wirklich mit jemandem zu sprechen. Hier ist das anders. Hier kann ich fragen, wie es jemandem zuhause geht, was ihn oder sie beschäftigt und was er oder sie sich wünscht.» Seit Januar 2025 arbeitet die diplomierte Pflegefachfrau in der Tagesklinik der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER.

Was ist die Tagesklinik?

Viele kennen die klassische, stationäre Rehabilitation: Man wird ins Spital eingewiesen, verbringt Tage oder Wochen auf der Station mit zugewiesenem Zimmer und kehrt schliesslich nach Hause zurück. In der Tagesklinik hingegen kommen die Patientinnen und Patienten ein- bis fünfmal pro Woche tagsüber in die Rehabilitation und schlafen abends im eigenen Bett. Ambulant statt stationär mit der vollen Intensität einer geriatrischen Rehabilitation.

«Es ist die Möglichkeit, in einem einfühlsamen Rahmen eine individuell abgestimmte Rehabilitation durchzuführen», beschreibt Elodie das Angebot. In dieser Reha absolvieren die Patientinnen und Patienten individuell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt mehrere Therapien: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Neuropsychologie oder weitere mögliche ambulante Angebote, alles an einem Tag, alles unter einem Dach. Kein Hin- und Herpendeln zwischen verschiedenen Praxen, kein Koordinationsaufwand. Alles läuft aufeinander abgestimmt.

Für wen ist die Tagesklinik gedacht?

Das Angebot richtet sich an geriatrische Patientinnen und Patienten mit Rehabilitationspotenzial, d. h. mit der körperlichen und kognitiven Fähigkeit, aktiv an einem Therapieprogramm teilzunehmen. Geeignet sind beispielsweise Personen nach einem Schlaganfall, mit Parkinson oder Multipler Sklerose, mit eingeschränkter Mobilität oder kognitiven Beeinträchtigungen. Die Patientinnen und Patienten müssen im Kanton Basel-Stadt oder Baselland wohnen, zu Hause leben (nicht in einem Pflege- oder Altersheim) und über eine ärztliche Zuweisung verfügen. Die Zuweisung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen: durch den Hausarzt oder eine Fachspezialistin, direkt aus dem ambulanten Bereich, aber auch durch eine stationäre Einrichtung im Anschluss an einen Spitalaufenthalt, wenn eine ambulante Weiterführung der Rehabilitation angestrebt wird. Eine stationäre Vorbehandlung ist jedoch keine Voraussetzung. Vor Therapiebeginn muss eine Kostengutsprache bei der Krankenkasse eingeholt werden, die in der Regel für einen Zeitraum von sechs bis zwölf Wochen erteilt wird.

Das Ziel ist dabei immer: Selbständigkeit erhalten oder wiederherstellen. Das klingt manchmal abstrakt, bis Elodie ein Beispiel nennt. «Für viele Patientinnen und Patienten bedeutet es unglaublich viel, wenn sie die Jacke wieder selbst zu- und aufmachen können. Oder wenn sie wieder mit dem Löffel essen können ohne Hilfe. Das sind keine Kleinigkeiten. Das ist Würde.»

Ein Tag in der Tagesklinik

Wer morgens in der Tagesklinik ankommt, wird zunächst von der Pflege empfangen. Vitalwerte werden gemessen und der Therapieplan für den Tag wird besprochen. Jeder Plan ist individuell und je nach Tag und Fortschritt unterschiedlich zusammengestellt. Vorher findet täglich ein kurzes Teambriefing statt, der sogenannte Huddle: Pflegefachpersonen, Therapeutinnen und Therapeuten, Therapieplanerin sowie die Teamleitung setzen sich zusammen, besprechen neue Eintritte, besondere Vorkommnisse und aktuelle Entwicklungen bei den Patientinnen und Patienten.

Zwischen den Therapieeinheiten gibt es Eigentraining: Gedächtnisübungen am Computer, Gehtraining im Garten, angeleitete Alltagsübungen, begleitet durch die Pflege. «Wir sind nicht einfach da, um Abläufe zu koordinieren», sagt Elodie. «Wir sind da, um mit den Menschen zu sein. Manchmal hat jemand einen verminderten Antrieb, manchmal sind sie emotional sehr belastet. Dann muss man einfach dabei bleiben und da sein.»

Im Verlauf der Rehabilitation findet ein interdisziplinäres Standortgespräch statt: Wie hat sich die Situation entwickelt? Welche Ziele wurden erreicht? Was kommt als Nächstes?

Ein Moment, der bleibt

Elodie erzählt von einer Patientin, die nach einem Schlaganfall und infolge einer epileptischen Erkrankung im Rollstuhl sass. Was dann passierte, beschreibt sie mit Begeisterung: «Sie geht jetzt wieder, unter Supervision, mit Rollator, aber sie geht. Sie mobilisiert sich selbst vom Bett in den Rollstuhl. Sie kocht wieder zuhause. Und sie konnte die Spitexstunden reduzieren.» Das ist keine Selbstverständlichkeit, sagt Elodie. Das sei das Ziel der ganzen Arbeit.

Ein Team wie eine Familie

Was die Tagesklinik neben dem Therapieangebot auszeichnet, ist das Miteinander unter den Mitarbeitenden wie auch mit den Patientinnen und Patienten. Elodie beschreibt ihr Team als familiär, klein, aber sehr zusammengeschweisst. «Wenn ich etwas brauche, ist immer jemand da, der mir helfen kann.» Das Interdisziplinäre gefällt ihr besonders: Wer eine Frage hat, kann direkt jemanden aus einer anderen Fachdisziplin ansprechen, sei es eine Person aus der Physiotherapie, Logopädie oder einer anderen Fachrichtung. «Wir geben alles, damit jede Patientin und jeder Patient bei uns die Unterstützung bekommt, die sie oder er wirklich braucht.»

Haben Sie Fragen zur Tagesklinik der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER oder möchten Sie eine Zuweisung vornehmen? Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website oder direkt per Mail: tagesklinik@felixplatter.ch