Wo Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren wirklich nützen
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Wo Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren wirklich nützen

Die DO-HEALTH-Studie unter der Leitung von Prof. Dr. med. Heike Bischoff-Ferrari, Leiterin des Zentrums für Alter und Mobilität der Universität Zürich, an der auch die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) beteiligt war, untersuchte die Wirkung einfacher Massnahmen auf die Gesundheit von Erwachsenen, die 70 Jahre und älter waren und keine gravierenden Vorerkrankungen hatten. Im Jahr 2030 wird in Europa jeder dritte Mensch über 65 Jahre alt sein. Das Leben bis ins hohe Alter aktiv zu geniessen ist ein grosses Ziel für die meisten Menschen. Nahrungsergänzungsmittel werden oft als ein wichtiger Präventionsfaktor wahrgenommen.

Signifikante protektive Effekte nur in Untergruppen

Die ersten Analysen der dreijährigen Datenerhebung der DO-HEALTH-Studie, die jetzt vom internationalen Studienteam im Journal of the American Medical Association veröffentlicht wurden, zeigen keine Auswirkungen auf Muskel- und Gedächtnisfunktionen oder Frakturen. In vordefinierten Untergruppen zeigte die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D im Vergleich zur Kontrollgruppe grössere Vorteile bei der Verringerung von Infektionen und des systolischen Blutdrucks. Omega-3-Fettsäuren senkten das Risiko von Infektionen um insgesamt 11 Prozent, insbesondere in den oberen Atemwegen (10 Prozent) und den Harnwegen (62 Prozent). Vitamin D senkte den systolischen Blutdruck bei Männern um 2,5 mmHg und das Risiko einer Infektion bei den jüngeren Teilnehmern (70-74 Jahre alt) um 16 Prozent.

«Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die zusätzliche Einnahme von Vitamin D und Omega 3 bei aktiven Erwachsenen über 70 Jahren ohne Vorerkrankungen keinen Nutzen für das Risiko von Nicht-Wirbelfrakturen oder für die Muskel- und Gedächtnisfunktion hat. Wir vermuten jedoch einen Zusammenhang mit Infektionen», sagte Prof. Dr. med. Heike Bischoff-Ferrari. «Angesichts der Sicherheit und Erschwinglichkeit der Nahrungsergänzungsmittel sowie der hohen Sterblichkeitsrate durch Infektionen bei älteren Erwachsenen sind diese Ergebnisse für die öffentliche Gesundheit relevant», so Bischoff-Ferrari weiter.

Interpretation und Aussichten

Fehlende Auswirkungen auf Muskel- und Gedächtnisfunktionen oder Frakturen könnten aufgrund des relativ hohen Anteils von sogenannten «healthy agers» in der Studie – aktiv, gesund und ohne Vitamin D-Mangel – bedingt sein. Als nächsten Schritt untersucht das internationale Studienteam die Wirkung der Studienmassnahmen auf weiteren Gesundheitsfaktoren, wie die Krebsvorbeugung, den Cholesterin-Spiegel im Blut, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stürze, Fragilität und Gesundheitskosten.

«Wir vom DO-HEALTH Team Basel schätzen den Einsatz unserer Basler Teilnehmenden. Einige Teilnehmende haben während der Studie zum Ausdruck gebracht, dass sie sich durch die Studienmassnahmen besser fühlen und motivierter waren, mehr für die Gesundheit zu tun. Einige wollten auch einen persönlichen Beitrag leisten, so dass zukünftige ältere Menschen durch DO-HEALTH länger aktiv und gesund bleiben», sagte Dr. med. Stephanie Bridenbaugh, Leiterin Basel Mobility Center und Sub-Investigatorin der Studie an der UAFP.

Details zum Aufbau der Studie und zu den Studienmassnahmen finden Sie  hier.

Auskunft

Sindy Schmiegel Werner, Leiterin Marketing & Kommunikation | 061 326 41 66 | sindy.schmiegel@felixplatter.ch

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