Mobilitätsprobleme im Alter: Wie Ganganalysen helfen können
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Mobilitätsprobleme im Alter: Wie Ganganalysen helfen können

Das Basel Mobility Center in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER   dient der Erkennung und Messung von Mobilitätsproblemen im Alter und bietet eine ambulante Abklärung von Gang- und dynamischen Gleichgewichtsstörungen sowie Messungen von Funktionalität im Alltag an. Der Schwerpunkt liegt bei der Früherkennung von Mobilitätsproblemen. Die Früherkennung ermöglicht den Einsatz von präventiven Massnahmen mit dem Ziel, im Alter so lange wie möglich mobil und funktionell unabhängig zu bleiben. 

 

Das Basel Mobility Center beschäftigt sich sowohl mit der klinischen Routine mit Patientinnen und Patienten als auch mit der klinischen Forschung mit Studienteilnehmenden. Diese Gebiete sind nicht getrennt, sondern ineinandergeflochten. Die aus der Forschung gewonnen Erkenntnisse fliessen in die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten ein. 

 

Ganganalyse

Mit der Hilfe der elektronischen Ganganalyse (GAITRite®) werden die räumlich-zeitlichen Parameter des dynamischen Ganges quantifiziert. Durch die Messungen können diskrete Gangstörungen erfasst werden, die mit dem blossen Auge (noch) nicht sichtbar sind. Die Spezialität des Basel Mobility Centers ist die Untersuchung der neuromotorischen Kontrolle des Gehens mittels Messungen unter Doppelbedingungen („Dual Task“), d.h. Gehen und gleichzeitig eine zweite Aufgabe durchführen. Bestimmte Veränderungen des Ganges sind mit einer Sturzgefahr und/oder mit Hirnleistungsstörungen verbunden (die Ganganalyse ist auch ein Teil der medizinischen Untersuchung an der Memory Clinic). Mit den Resultaten werden Empfehlungen für Therapiepläne zum Erhalt oder Verbesserung der individuellen Funktionalität und Mobilität sowie Gangsicherheit erarbeitet. 

 

Gang, Kognition und Stürze

Beeinträchtigungen der Kognition und der Mobilität kommen mit steigendem Alter immer häufiger vor. Im Vergleich zu gesunden älteren Erwachsenen haben diejenigen mit Gang oder kognitiven Störungen höhere Raten von Morbidität und Mortalität und größere Abnahmen der körperlichen Funktionalität. Ältere Erwachsene mit Gangdefiziten haben ein erhöhtes Risiko, kognitive Defizite oder sogar eine Demenz zu entwickeln. Kognitive Defizite wiederum sind mit einer Verschlechterung des Gehens assoziiert. In den letzten Jahren haben zahlreiche Studien gezeigt, dass Gehen und Kognition assoziiert sind. Störungen der Kognition und der Motorik sollen nicht als unweigerliche Folgen des Alterns angesehen und akzeptieren werden, sondern einen Anreiz sein, nach zugrundeliegende Ursachen zu suchen.

 

Einige schnelle Screening-Tests können in der Hausarztpraxis durchgeführt werden, um Mobilitätsprobleme zu erfassen. Falls diese pathologisch ausfallen, sollten genauere Ganguntersuchungen veranlasst werden. Bei Untersuchungen des Ganges sind Dual-Task Paradigmen (Gehen und gleichzeitig eine andere Aufgabe ausführen) besonders aussagekräftig in der Früherkennung von Mobilitäts-und auch Hirnleistungsdefiziten. Die Früherkennung erlaubt eine frühzeitige Implementierung von gezielten Interventionen, um die Gangsicherheit und möglicherweise auch gewisse Hirnleistungen zu verbessern.

Dr. med. Stephanie Bridenbaugh, Abteilungsleiterin Basel Mobility Center
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