Mit Bildwelten Wohlbefinden und Orientierung schaffen
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Mit Bildwelten Wohlbefinden und Orientierung schaffen

Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) hat sämtliche Patientenzimmer und die Gänge mit über 500 fenstergrossen Fotografien aus dem Raum Basel ausgestattet.

Lesbare Bilder helfen den Patientinnen und Patienten in der fremden Umgebung ihresZimmers eine vertraute Atmosphäre zu schaffen.

 

Evidenzbasierte Grundlagen zur Bildgestaltung in Gesundheitsinstitutionen

Bilder in Gesundheitsinstitutionen werden gewöhnlich unter dem Aspekt der «Kunst» oder des dekorativen Schmuckes verstanden, häufig alimentiert durch örtliche oder kantonale Kunstsammlungen. Dabei wird selten weiter hinterfragt, welche Bedeutung und welche Wirkung diese Darstellungen auf Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende haben.

 

Verschiedene wissenschaftliche Studien belegen mittlerweile den wichtigen Einfluss, den das unmittelbare räumliche Umfeld auf das allgemeine Wohlbefinden von Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitenden hat. Die Forschungsergebnisse belegen, dass Naturelemente oder Bilder der Natur grundsätzlich eine beruhigende Wirkung auf den Menschen ausüben.

 

Die Studien weisen auch nach, dass Patientinnen und Patienten am häufigsten Bilder bevorzugen, die Ruhe ausstrahlen und bei denen das Thema leicht zu erkennen und zu verstehen ist. Naturdarstellungen, insbesondere fotografische Naturdarstellungen erweisen sich dabei als besonders beliebt. Vertraute Bilder aus Natur und gewohntenAlltagsumgebungen wecken positive Erinnerungen. So können sich Patientinnen und Patienten in den Motiven wiederfinden. Bei demenzkranken Patientinnen und Patientenhaben erkennbare Naturfotos einen stressabbauenden Effekt und wirken sich positiv auf ihrWohlbefinden, ihren Blutdruck und ihre Herzfrequenz aus.

 

Eine Bildwelt mit regionalen Motiven

Als Teil des Projekts Innengestaltung mit einem Farb-, Bild und Signaletikkonzept wurden zwischen 2021 und 2023 in der UAFP über 500 grossformatige Bilder in der Grösse und imCharakter von Fenstern installiert. Jedes Stockwerk verfügt auf beiden Seiten über eine Station Nord und Süd und jede Station hat ihr eigenes Motiv. Dieses stammt jeweils aus dem regionalen Lebensumfeld der Patienten, beispielsweise das Motto Rhein, Fähre, Altstadt von Basel, Fahrräder, Basel-Landschaft oder Boote. Ergänzt wird es mit einemkorrespondierenden Bild mit vegetativen Strukturen, etwa Pflanzen oder Blumen, das durch Farbe und Muster auf das andere Bild abgestimmt und mit diesem verbunden ist. Auch die Lichtrichtung und der Blick aus dem Fenster wurden bei der Bildinstallation berücksichtigt.

 

Die Personen auf der Abteilung Alterspsychiatrie haben andere Bedürfnisse und deshalbwurde hier ein spezielles und ausgefeilteres Bildkonzept umgesetzt, das die Patientinnen und Patienten, die Mitarbeitenden und die Besuchenden in ihrem Alltag unterstützen soll.

 

Dank diesen Bildern haben Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, eine Beziehung zu ihrem zunächst anonymen Spitalzimmer aufzubauen den temporären Raum für eine Weile zu einem "zu Hause", zu einer unbelasteten Umgebung werden zu lassen. Darüber hinaus sollen Patientinnen und Patienten beim Verlassen des Zimmers auch in den Gängen die Bilderwelt wieder finden und die gleiche Ruhe in den Fluren spüren.

 

Auch die Tonalität der Bilder ist auf die unterschiedlichen Farbgebungen in den Zimmern und Fluren gemäss kürzlich umgesetztem neuem Farbkonzepts abgestimmt. So wird die Aussenwelt der bisher vertrauten Wohnumgebung zur Innenwelt auf den Etagen des Spitals.Diese Bildwelten schaffen insgesamt ein optimistisches und heilsames Umfeld für Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende und unterstreichen auch den lokalen Bezug des Spitals.

 

Seitens der Mitarbeitenden belegen viele positive Kommentare die Rolle evidenzbasierter Bildwelten. Viele äussern sich, dass Bildwelten, die auf Naturmotiven beruhen als positive Ablenkung dienen, eine bessere Atmosphäre bieten, zu Gesprächen unter Patientinnen und Patienten führen, Vertrauen vermitteln und die Flucht aus der ungewohnten Umgebung ermöglichen – kurz: sie wirken beruhigend, entspannend und ermutigend.

 

Entworfen und umgesetzt wurde dieses Bildkonzept von Prof. em. Jean Odermatt und der Fotografin und visuellen Gestalterin Erica Manole.

Jean Odermatt und Erica Manole – Designemocion Sagl
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