Warum nach einem Spitalaufenthalt auch der Blick auf die Lebensumstände wichtig ist
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Warum nach einem Spitalaufenthalt auch der Blick auf die Lebensumstände wichtig ist

29 Jun 2021

Eine Erkrankung und ein damit verbundener Klinikaufenthalt kann manchmal die Lebenssituation einschneidend verändern. Oft kommt dann erst der Moment, in dem sich Betroffene und ihre Angehörigen bewusst werden, dass ein selbständiges Leben wie vorher so nicht mehr möglich ist. Speziell beim Spitalaustritt stellen sich viele Fragen: Geht es so weiter, wie es vorher war oder braucht es für ein möglichst selbstständiges Leben Unterstützung? Was muss organisiert werden? Welche finanziellen Folgen sind zu beachten?

 

Die Sozialberatung ist in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER integraler Bestandteil des interprofessionellen Teams aus ärztlichem Dienst, Pflegenden und Therapeutinnen und Therapeuten. An den wöchentlichen Teambesprechungen erhält die Sozialberatung einen vertieften Einblick in die individuelle Situation des Erkrankten, zum Beispiel, ob die Patientin oder der Patient Treppen steigen kann, welche medizinische Behandlungen anstehen, welche pflegerischen Hilfestellungen notwendig sind und ob allenfalls weitere Therapien organisiert werden müssen. Mit diesem multiprofessionellen Blick auf die Lebenssituation wird der Austritt mit den Patientinnen und Patienten konkret geplant. Meist sind auch die Angehörigen direkt in die Sozialberatung einbezogen, wenn der Austritt organisiert wird.

 

Die Sozialberatung koordiniert die vor dem Austritt anstehenden Aufgaben, organisiert die Nachsorge, informiert die beteiligten Personen und ist Ansprechpartner bei organisatorischen Fragen.

 

Flexibilität ist entscheidend

Diese anspruchsvolle Aufgabe hat viele Tücken. In der Arbeit mit Menschen ist wenig planbar, deshalb ist eine laufende Anpassung an die aktuellen Bedürfnisse die Regel.  So kann zum Beispiel die unerwartete Absage einer Kostengutsprache, ein sich überraschend ändernder Krankheitsverlauf oder die Verfügbarkeit von externen Pflegekapazitäten die Planung neu beginnen lassen. In solchen Situationen steht das Wohl der Patientin und des Patienten, aber auch der betroffenen Angehörigen, im Vordergrund. Empathie und soziale Kompetenz sind dann wichtig, denn oft müssen weitreichende Entscheidungen in kurzer Zeit gefällt werden, die nicht selten mit Unsicherheit und Stress einhergehen.

 

Genau solche Situationen erfordern eine enge Zusammenarbeit aller Professionen und klare Verantwortungen. Die Sozialberatung übernimmt diese anspruchsvolle Aufgabe und realisiert den Spagat zwischen den strukturellen Anforderungen und den Bedürfnissen, die die Betroffenen haben.

Petra Spielmann, Abteilungsleiterin Sozialberatung
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