Delir als Komplikation bei älteren Erwachsenen mit einer Krebserkrankung
Zum Inhalt
Zurück

Delir als Komplikation bei älteren Erwachsenen mit einer Krebserkrankung

08 Sep 2021

Ältere Erwachsene bilden die grösste Gruppe unter den Patientinnen und Patienten mit einer Krebserkrankung. Sie sind zum Zeitpunkt der Diagnosestellung meist von Multimorbidität betroffen. Physiologische Alterungsprozesse können zusätzlich das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen erhöhen und mit einer generellen funktionellen Beeinträchtigung einhergehen. Hinzu kommen geriatrische Symptome wie Malnutrition, Sarkopenie, Gebrechlichkeit (Frailty), neurokognitive Störungen (Demenz, Delir) und Stürze. Die daraus resultierenden Verschlechterungen in der Funktionalität bedeuten für ältere onkologische Patientinnen und Patienten eine verschlechterte Lebensqualität, was sich negativ auf die Prognose und das Überleben auswirken kann. Daher verfolgt die onkologische Rehabilitation das übergeordnete Ziel, die Funktionalität in Bezug auf die onkologische Diagnose und/oder Therapie zu erhalten und/oder zu verbessern, Komplikationen zu reduzieren, die die Lebenserwartung und -qualität beeinträchtigen können, unabhängig vom Krankheitsstadium.

 

Erleiden Betroffene während einer onkologischen Rehabilitation ein Delir, kann dies den Rekonvaleszenzprozess gefährden. Die Praxis zeigt jedoch, dass eine spezialisierte Delir-Behandlung entscheidend dazu beitragen kann, die Folgen eines Delirs zu mildern. Gerade bei älteren Menschen mit einer Krebserkrankung ist der Verlust der Unabhängigkeit die grösste Bedrohung, die sich im Falle eines Delirs sogar akzentuieren kann. Um diese und ähnliche Komplikationen möglichst zu vermeiden, wird bei dieser vulnerablen Patientengruppe empfohlen, (onkologische) Therapieentscheide idealerweise aufgrund eines multidisziplinären geriatrischen Assessments zu treffen.

 

Bestandteile dieses Assessments, die auch in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER standardisiert eingesetzt werden, sind unter anderem die Erfassung der Funktionalität, Komorbiditäten, Polypharmazie, Kognition (Demenz, Delir), die emotionale Verfassung, Fatigue, Malnutrition und die soziale Unterstützung. Damit Beeinträchtigungen und Bedürfnisse bei Patientinnen und Patienten rasch erkannt werden können, werden für Pflegende sowohl aktuelles onkologisches wie auch geriatrisches Fachwissen empfohlen, um entsprechende Interventionen initiieren zu können.

Franziska Schmidt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Berner Fachhochschule Gesundheit Bachelorstudiengang Pflege, Wolfgang Hasemann, PhD, Leiter Basler Demenz-Delir-Programm, Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER
Zurück
Blogeintrag wurde nicht gefunden