Delirbetreuung im Spannungsfeld von Schutz der Privatsphäre und Sicherheit
Zum Inhalt
Zurück

Delirbetreuung im Spannungsfeld von Schutz der Privatsphäre und Sicherheit

01 Jun 2021

Als die «DelirUnit», die auf Delirbetreuung spezialisierte Abteilung in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP), entworfen wurde, war klar, dass die Sicherheit der hier betreuten höchst vulnerablen, aber zugleich kognitiv eingeschränkten Personen von höchster Bedeutung ist. Sicherheit heisst oft auch Überwachung, doch hier stellen sich gleich drei Probleme: Zum ersten muss auch bei kognitiv eingeschränkten Personen der Schutz der Privatsphäre gewährleistet bleiben. Zum zweiten ist eine eins-zu-eins-Überwachung, beispielsweise durch Sitzwachen, sehr kostenintensiv. Und zum dritten kann die ständige Anwesenheit einer fremden Person in einer Ausnahmesituation wie einem Delirerlebnis zusätzlichen Stress bedeuten, der gerade in dieser Situation vermieden werden sollte.

Die UAFP hat sich deshalb frühzeitig für eine Zusammenarbeit mit QUMEA entschieden. QUMEA ist ein Radar, das menschliche Bewegung analysiert und in einer App die zuständige Pflegeperson informiert, wenn sich ungewöhnliche Bewegungsmuster zeigen. QUMEA verschafft der Pflegeperson einen Zeitvorteil, mit dem sie rechtzeitig auf Aktivitäten reagieren kann, die ein normalerweise unbeobachtetes Verlassen des Bettes beinhalten würden.  Da es sich bei der Anwendung des Radarsystems um eine völlig neuartige Technologie im Spitalumfeld handelt, wurde frühzeitig auch der kantonale Datenschützer beigezogen, um alle datenschutzbezogenen Aspekte zu prüfen. Im Pilotbetrieb jedenfalls hat sich QUMEA so gut bewährt, dass niemand aus dem DelirUnit-Team zu alten Lösungen wie Sitzwachen, Klingelmatten oder ähnlichem zurück möchte. 

Dr. med. Isabella Glaser, Leitende Ärztin, DelirUnit, Dr. phil. Wolfgang Hasemann, Leiter Basler Demenz-Delir-Programm
Zurück
Blogeintrag wurde nicht gefunden