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Medien

05.05.2020

FELIX PLATTER mit gutem betrieblichen Ergebnis und dem erwarteten investitionsbedingten Verlust

Im ersten Jahr im Neubau erwirtschaftete die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) ein gegenüber dem Vorjahr mehr als doppelt so hohes betriebliches Ergebnis.

Dies ist eine Folge der deutlich gestiegenen Anzahl Patienten, der konstant hohen Auslastung und einem effizienten Betrieb im Neubau. Die Notwendigkeit eines leistungsfähigen altersmedizinischen Zentrums in der Region hat sich damit verstärkt gezeigt. Der ausgewiesene Verlust ist durch Abschreibungen als Folge der hohen Investitionen in Bau und Infrastruktur bedingt.

Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP), die im April 2019 ihren Neubau an der Burgfelderstrasse bezogen hatte, war im Geschäftsjahr 2019 mit 89.1% konstant hoch ausgelastet, obwohl der Neubau eine mit 40 Betten deutliche Kapazitätserweiterung mit sich brachte. Auch die Integration der Reha Chrischona hat die positive Entwicklung der Nachfrage unterstützt. Die Anzahl der Austritte erhöhte sich um 12.1% auf 5365 (2018: 4788), auch die Anzahl der Pflegetage wuchs um 13.6% auf 97‘998 (2018: 86‘280). Daraus resultieren ein um 17.3% auf CHF 109 Mio. (2018: CHF 93 Mio.) gestiegener Umsatz und eine EBITDAR-Marge von 6.0% (2018: 3.1%), dem dritthöchsten Wert seit der Verselbstständigung im Jahr 2012. Alle drei Bereiche Akutgeriatrie, Alterspsychiatrie und Rehabilitation haben zum guten betrieblichen Ergebnis beigetragen.

Abschreibungen belasten Ergebnis

Dennoch weist die UAFP einen Jahresverlust in Höhe von CHF 7.2 Mio. aus. Dieser wird verursacht durch hohe Abschreibungen sowie Mieten von rund CHF 12.9 Mio. als Folge der Investitionen in den Neubau und die Modernisierung der Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur. Der Verlust hätte ohne die projekt- und umzugsbedingten Sonderaufwände rund CHF 3.2 Mio. betragen. Die Abschreibungen für die Investitionen in die IT müssen innert vier Jahren getätigt werden und belasten daher die Jahresrechnung stark. Die finale Bauabrechnung liegt noch nicht vor, doch werden die Gesamtkosten die budgetierten Kosten nicht übersteigen. Hinzu kommen im Jahr 2019 ausserordentliche, mit den Investitionen verbundene Projektkosten durch den Umzug, im Bereich der Organisationsentwicklung, der Prozessoptimierung und des Change Managements.

„Die ältere Bevölkerung braucht unser Haus und unser Leistungsangebot,“ kommentiert Jürg Nyfeler, CEO der UAFP, das Jahresergebnis. „Wir sind dankbar, dass wir diese Nachfrage dank gestiegener Kapazitäten vor allem durch den Neubau von der ersten Woche an befriedigen konnten. Vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, die auch in der Region immer älter wird, gehen wir auch in den kommenden Jahren von einem weiter steigenden Bedarf nach universitärer altersmedizinischer Kompetenz aus.“

Zahlreiche Grossprojekte im vergangenen Geschäftsjahr

2019 war für die UAFP aussergewöhnlich herausfordernd. Im April 2019 wurde nach mehrwöchigem Testbetrieb der Neubau bezogen, der das alte Spital mit seinen verschiedenen Gebäuden vollständig ersetzte. Entstanden ist das modernste Geriatriespital der Schweiz mit Akutgeriatrie, Alterspsychiatrie und Rehabilitation sowie der Memory Clinic, dem Basel Mobility Center, einer Tagesklinik und einer Hausarzt-Praxis unter einem Dach. Vor dem Umzug wurden alle Strukturen und Prozesse analysiert, weiterentwickelt und dann im Neubau realisiert; auch darin liegt ein Grund für das gute operative Ergebnis. Mit dem Umzug wurde auch ein neues elektronisches Klinikinformationssystem eingeführt, so dass die Dokumentationsprozesse nahezu papierlos funktionieren. Die Integration der Reha Chrischona wurde erfolgreich abgeschlossen.

Ausblick 2020

Auch zu Beginn des Jahres 2020 blieb die Auslastung hoch, doch brach sie durch das Aufkommen des Corona-Virus jäh ab. Die einschneidenden Massnahmen, die die UAFP im Rahmen der Coronavirus-Pandemie ergreifen musste, werden sich auch im Jahresergebnis 2020 niederschlagen. Unter anderem hatte die UAFP ab März sämtliche ambulante Dienstleistungen eingestellt, wobei einige Bereiche Anfang Mai unter Sicherheitsvorkehrungen wieder aufgenommen werden. Aktuell ist nicht vorhersehbar, wie lange die Änderungen in Bettenbelegung, Prozessen und Leistungserbringung andauern, daher kann kein fundierter Ausblick auf die Entwicklung der finanziellen Situation erfolgen. Aufgrund der hohen Abschreibungen, insbesondere durch die kurzfristig abzuschreibenden Investitionen in die Modernisierung der Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur, rechnet die UAFP für die Geschäftsjahre 2020 bis 2022, je nach Geschäftsentwicklung noch bis 2023, noch mit weiteren negativen Geschäftsergebnissen. Die UAFP geht davon aus, danach positive Ergebnisse zu erzielen.

Die UAFP wird ihr Profil als Zentrum für Altersmedizin weiter schärfen und ihre Marktposition stärken. Ausserdem wird das Angebot in der Alterspsychiatrie mit dem Aufbau einer auf Delir spezialisierten Einheit weiterentwickelt. Die universitäre Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie die Umsetzung neuster Forschungsergebnisse direkt am Patientenbett werden weiter intensiviert. Die UAFP stellt eine regional einmalige Versorgung der älteren Patientinnen und Patienten auf universitärem Niveau sicher. Die UAFP wird damit in einer Gesellschaft, die immer älter wird, auch künftig eine Schlüsselrolle in der Gesundheitsversorgung in der Nordwestschweiz spielen.

Der Jahresbericht 2019 der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER ist online abrufbar unter

www.felixplatter.ch/jahresbericht

 

Auskunft

Dr. rer. pol. Thomas Giudici, Verwaltungsratspräsident UAFP

Dr. phil. nat. Jürg Nyfeler, CEO UAFP

Kontakt via Sindy Schmiegel, Leiterin Marketing & Kommunikation | 061 326 41 66 | sindy.schmiegel@felixplatter.ch